Der nächste wichtige Schritt in der Geschichte des bemannten Raumfahrtprogramms begann am 4. Juli in Florida mit dem Start des 115. Raumfährenflugs. An Bord der Discovery befindet sich eine internationale, siebenköpfige Besatzung, zu der auch der 48-jährige deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter gehört. Reiter wird als erster Europäer viele Monate an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) leben.
Er ist seit 1992 ESA-Astronaut und hat bereits sehr viel Erfahrung mit dem Leben in Schwerelosigkeit gesammelt. Vor zehn Jahren brach Reiter mit einer 179 Tage dauernden Mission zur russischen Raumstation Mir den europäischen Rekord für den längsten Aufenthalt im Weltraum.

Das Andocken der „Discovery“ an die ISS ist für den 6. Juli gegen 17:00 Uhr MESZ (16:00 Uhr BST) geplant. Bei seiner Ankunft auf der Internationalen Raumstation wird Reiter die derzeitige Besatzung der Station verstärken – den russischen Kosmonauten Pavel Vinogradov und den NASA-Astronauten Jeffrey Williams. Damit werden zum ersten Mal seit Mai 2003 wieder drei Personen auf der ISS leben.
In der Mannschaft der ISS-Expedition 13 übernimmt Reiter die Funktion als zweiter Bordingenieur. Er ist für die Lenkung und Kontrolle der Station, die Überwachung der Umgebung und der Lebenserhaltungssysteme, die Gesundheit und Sicherheit der Mannschaft sowie für Außenbordeinsätze zuständig. Er wird außerdem als erster Europäer einen Weltraumspaziergang von der ISS aus unternehmen.
Während seiner unter dem Namen Astrolab bekannten Mission führt Reiter eine Reihe europäischer Experimente durch. Diese erstrecken sich über Untersuchungen des menschlichen Körpers, Astronautenpsychologie, Mikrobiologie und Strahlungsstudien. Mit der Discovery gelangen außerdem ein von der ESA entwickelter Gefrierschrank und ein Labor für die Anzucht von Pflanzen im Weltraum auf die ISS.