Seit mehr als 500 Jahren suchen Seefahrer nach einer eisfreien Route zwischen den arktischen Inseln im Norden Kanadas. Viele Entdecker kamen bei der Suche nach einer Nordwestpassage, die den Atlantik und den Pazifik verbindet, ums Leben. Doch die arktische Eisdecke schmilzt mittlerweile rapide. Neue Radarbilder der ESA-Sonde „Envisat“ zeigen, dass die Ausdehnung des arktischen Meereises nun so gering ist wie nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen vor fast 30 Jahren. Die Folge ist die vorübergehende Öffnung der zuvor unpassierbaren Nordwestpassage.
Die arktische Eisdecke nimmt im nördlichen Winter zu und nimmt im nördlichen Sommer ab. Allerdings beschleunigt sich der sommerliche Schmelzprozess. Ein Mosaik aus fast 200 Bildern, die Envisat im September 2007 aufgenommen hatte, zeigte, dass die Nordwestpassage vollständig befahrbar war, während die Nordostpassage entlang der sibirischen Küste nur teilweise blockiert war.

Der dänische Wissenschaftler Leif Toudal Pedersen sagte: “Wir haben beobachtet, dass die Eisfläche auf knapp 3 Millionen Quadratkilometer geschrumpft ist, was etwa 1 Million Quadratkilometer weniger ist als in den Jahren 2005 und 2006. In den letzten 10 Jahren hat sich die Eisbedeckung um durchschnittlich etwa 100.000 Quadratkilometer pro Jahr verringert, daher ist ein Rückgang um 1 Million Quadratkilometer in nur einem Jahr extrem.”