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Gaia kartografiert mehr als eine Milliarde Sterne!

Artist's impression of Gaia
Künstlerische Darstellung von Gaia
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22 Monate lang durchmusterte Gaia, ein Satellit der Europäischen Weltraumorganisation ESA, unseren Himmel – und zwar so genau wie nie. Diese Daten nutzen Astronomen nun, um eine neue Karte des Weltalls zu erstellen, in der unsere Milchstraße bis ins kleinste Detail zu sehen ist.

Diese neue Karte enthält äußerst präzise Messungen von mehr als einer Milliarde Sternen, einschließlich ihrer Positionen und Bewegungen im Weltraum. Gaia hat zudem die Farben, Helligkeit und Oberflächentemperaturen einiger Sterne gemessen. Es wurden sogar Daten zu einigen Sternen außerhalb unserer Galaxie gesammelt. Zudem wurden 14.000 Asteroiden in unserem Sonnensystem erfasst, was weitere Informationen über diese seltsamen Gesteinsbrocken im Weltraum liefert. Unglaublicherweise hat Gaia die Positionen von einer halben Million entfernter Quasare erfasst – das sind helle Galaxien, deren Leuchtkraft durch die Aktivität der supermassiven Schwarzen Löcher in ihren Kernen angetrieben wird!

Gaia’s sky in colour
Gaias Himmel in Farbe

Die Gaia-Mission ist sehr wichtig, deshalb arbeiten 450 Wissenschaftler und Softwarenentwickler daran, die Daten vom Satelliten in eine begreifbare Sternenkarte umzuwandeln. Diese Informationen stehen nun Astronomen auf der ganzen Welt zur Verfügung, die es kaum erwarten können, endlich damit zu arbeiten! Schon nach kurzer Zeit hat die Karte zu unserem Verständnis vom Alter und von den Bewegungen der Sterne in unserer Galaxie beigetragen – eine unverzichtbare Grundlage für die Forschung zur Entstehung und Veränderung von Sternen.

Darüber hinaus dienen die Daten auch zur Berechnung der Umlaufbahnen von 75 Kugelsternhaufen und 12 Zwerggalaxien, die unsere Milchstraße umkreisen. Ziel ist es, damit die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft der Galaxie und ihrer Umgebung zu erforschen bzw. vorherzusagen. Forscher stellen sich Fragen wie: Wie beeinflusst die Schwerkraft die Bewegung von Objekten im All? Wie viel Einfluss hat die mysteriöse dunkle Materie? Dank Gaia verfügt die Wissenschaft jetzt über zahlreiche Hinweise zur Erforschung möglicher Antworten.

Cosmic scales covered by Gaia’s second data release
Kosmische Maßstäbe, die in der zweiten Datenveröffentlichung von Gaia erfasst wurden

Günther Hasinger, ESA-Direktor für Wissenschaft, beschrieb es so: „Gaias Beobachtungen erschüttern das Fundament der Astronomie.“ Interesse am Weltall zahlt sich zurzeit wahrlich aus! Was werden wir dank Gaia wohl als Nächstes entdecken?

Interessante Tatsache: Einige der Sterne wurden mit derselben Genauigkeit vermessen, als könnte ein Beobachter auf der Erde eine Euro-Münze auf der Mondoberfläche erkennen!