Kennst du jemanden, der gerne eine 17 Monate lange Expedition zum Mars erleben möchte? Ja? Dann soll er oder sie sich bitte bei der ESA melden! Die Weltraumorganisation sucht bis zu 12 Freiwillige, die bereit sind, an einer Langzeitsimulation einer Mission zum Mars teilzunehmen.
Damit bereitet sich die ESA auf den Tag vor, an dem Astronauten zur historischen ersten Reise zum Roten Planeten aufbrechen werden. Gemeinsam mit dem russischen Institut für Biomedizinische Probleme sendet die ESA nun eine sechsköpfige Besatzung auf eine 520 Tage lange simulierte Mission.
Die „Expedition“ findet in einer speziellen Einrichtung in Moskau statt, folgt aber dem Profil einer wirklichen Marsmission. Die Besatzungsmitglieder werden in extremer Isolation und auf sehr beengtem Raum leben müssen. Sie werden ihren Heimatplaneten aus den Augen verlieren. Wenn sie eine Funknachricht an die Erde senden, müssen sie bis zu 40 Minuten auf eine Antwort warten.
Bevor gegen Ende 2008 oder Anfang 2009 die vollständige, 520 Tage dauernde Studie beginnen wird, sollen verschiedene kürzere Simulationen durchgeführt werden. Die erste soll 105 Tage dauern und Mitte 2008 beginnen. Auf sie wird möglicherweise eine weitere 105-Tage-Untersuchung folgen. Für jede dieser Simulationen werden vier Freiwillige benötigt. Sie werden nach ähnlichen Kriterien ausgewählt wie ESA-Astronauten. Allerdings ist bei der Auswahl der Freiwilligen die Fähigkeit, mit Stress und Isolation umzugehen, wichtiger als die körperliche Fitness.