Im Jahr 1492 entdeckte eine kleine Schiffsflotte unter der Führung des genuesischen Seefahrers Christoph Kolumbus Amerika. Nun, über 500 Jahre später, soll eine zweite „Columbus“ – die zu seinen Ehren so benannt wurde – zu einer weiteren Entdeckungsreise aufbrechen.
Wenn alles nach Plan läuft, startet das Space Shuttle Atlantis am 6. Dezember mit dem Columbus-Labor der Europäischen Weltraumorganisation von Florida aus ins All. Zwei Tage später wird das Labor der Internationalen Raumstation (ISS) übergeben, um anschließend an das Verbindungselement Harmony am vorderen Ende der Raumstation montiert zu werden.

Dieser Columbus des 21. Jahrhunderts ist einer der wichtigsten Beiträge Europas zur ISS. Der Aluminiumzylinder wiegt knapp 13 Tonnen, ist ungefähr 6,8 Meter lang und 4,5 Meter breit. Damit ist seine Größe mit der eines Londoner Doppeldeckerbusses vergleichbar. Im Inneren des Moduls können mehrere Astronauten der ESA und anderer Weltraumorganisationen in angenehmer Atmosphäre nebeneinander arbeiten.

Das wissenschaftliche Mehrzwecklabor dient zur Durchführung von Experimenten in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Wände und die „Decke“ des Zylinders bieten Platz für zehn Forschungsschränke von der Größe einer Telefonkabine (Denke daran, dass es im Weltraum kein „oben“ oder „unten“ gibt!). Mithilfe dieser Forschungsschränke kann untersucht werden, wie sich Flüssigkeiten, verschiedene Lebewesen (auch der Mensch) sowie zahlreiche Materialien in der Schwerelosigkeit verhalten.

An der Außenseite von Columbus befinden sich vier Plattformen, an denen weitere Experimente montiert und der rauen Umgebung im All ausgesetzt werden können. Christoph Columbus würde mit Sicherheit ganz schön über das technologische Wunderwerk staunen, das seinen Namen trägt!