Nach einer Unterbrechung von zweieinhalb Jahren befindet sich die US-Raumfähre jetzt wieder im Weltraum! Am 26. Juli um 16.39 Uhr MESZ startete die „Discovery“ vom Kennedy Space Center in Florida aus ihre zwölftägige Mission zur Internationalen Raumstation (ISS).
Die Augen von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt waren auf TV- und Computerbildschirme gerichtet, als der Countdown für die 114. Space-Shuttle-Mission seinen Höhepunkt erreichte. Dann ein gewaltiger Flammenausstoß, eine riesige Rauch- und Dampfwolke, ein ohrenbetäubendes Aufheulen der Triebwerke - und die Discovery hob von der Startrampe ab.
Kommandantin der siebenköpfigen Besatzung ist Eileen Collins, ehemaliger Oberst der U.S. Luftwaffe. Mit an Bord außer den sechs NASA-Besatzungsmitgliedern ist auch der japanische Astronaut Soichi Noguchi. Sie werden die ersten Besucher für den Russen Sergei Krikalev und den US-Amerikaner John Phillips sein, die sich seit April an Bord der ISS aufhalten.
Eine der Hauptaufgaben der Besatzung während der nächsten 12 Tage besteht darin, die Raumfähre auf Schäden durch Eis oder möglicherweise beim Start abgefallenes Isoliermaterial zu überprüfen. Gemeinsam mit Noguchi wird der Astronaut Steve Robinson drei Weltraumspaziergänge unternehmen.
Auf einem dieser Spaziergänge testen die beiden neue Methoden zum Reparieren beschädigter Hitzeschutzkacheln an der Außenseite des Raumtransporters. Außerdem wird die Besatzung neue Geräte an der Außenseite der Raumstation anbringen.
In der Ladebucht des Raumtransporters befindet sich das italienische Logistikmodul Raffaello. Darin warten 15 Tonnen Lebensmittel, Kleidung, wissenschaftliche Geräte und Ersatzteile darauf, an die ISS übergeben zu werden.