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Die vergessene Insel

North Sentinel Island as seen from ESA's Proba satellite
North Sentinel Island as seen from ESA's Proba satellite
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Am 26. Dezember 2004 veränderte ein gigantisches Erdbeben, das die Kruste des Planeten auseinander riss, die Welt. Die gewaltige Erschütterung verursachte einen Tsunami (riesige Welle im Meer), der viele tausend Menschen tötete und zahlreiche Küstenstädte und -dörfer dem Erdboden gleich machte.

Dieses Bild, das vor kurzem aus einer Höhe von 600 km vom ESA-Satelliten Proba aufgenommen wurde, zeigt die großteilig unter einer Wolkendecke versteckte rechteckige Insel.

Vor dem Erdbeben wuchsen hier Bäume bis hinunter zum Meer. Das seichte Wasser und die Korallenriffe, die sich um die Ufer schmiegten, erstrahlten in hellem Türkis.

Die neueste Aufnahme von Proba sieht anders aus. Wie viele nahe gelegene Inseln wurde auch North Sentinel durch das Erdbeben weiter aus dem Ozean gehoben. Dies hat zur Folge, dass die Insel nun von nacktem Sand umringt ist. Viele der blauen Lagunen sind verschwunden.

Niemand weiß, wie viele Menschen auf der Insel leben oder wie sich das Erdbeben auf sie ausgewirkt hat. Die Inselbewohner führen ein abgeschottetes Leben und lehnen jeden Kontakt zur Außenwelt ab.

Es wird davon ausgegangen, dass der Stamm die Katastrophe überlebt hat, möglicherweise, indem die Menschen schon lange vor dem Eintreffen der Flutwelle das Ufer verlassen haben.

Aufnahmen aus dem Weltraum deuten jedoch darauf hin, dass – mit Ausnahme der Ostseite der Insel – einige ihrer küstennahen Fischgründe möglicherweise zerstört wurden.

Auch die Riffe selbst – Lebensraum für Millionen von Meereslebewesen – werden wahrscheinlich nicht überleben. Einige werden bei Flut nicht mehr vom Wasser bedeckt, während andere nur noch knapp unter Wasser liegen und durch intensive Sonneneinstrahlung geschädigt werden könnten.