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Bilder aus dem Weltall zeigen Ausbreitung des Ölteppichs

Spacecraft monitor threat of spreading oil spill
Bild aufrufen

Millionen von Menschen im Süden der USA blicken mit angehaltenem Atem auf das riesige, braune Monster im Meer, das nur darauf wartet, die nahe gelegene Küste unter sich zu ersticken. Bei dem Monster handelt es sich um einen massiven Ölteppich, der sich von den Winden und Meeresströmungen treiben lässt. Wenn er das Ufer erreicht, werden wichtige Fischfanggründe, touristische Badestrände und Brutgebiete frei lebender Tiere unter einer dicken, klebrigen Schlammschicht begraben. Die Gefahr einer enormen Umweltkatastrophe droht.

Die jüngste Ölkatastrophe begann am 22. April 2010, nachdem eine Bohrplattform im Golf von Mexiko explodiert und gesunken war. Seitdem sind Millionen Barrel Rohöl aus einem beschädigten Ölbohrloch auf dem Meeresboden ausgetreten, was eine schwere Umweltkatastrophe zu verursachen droht.

Envisat, artist's impression
Envisat, künstlerische Darstellung

Die Ausbreitung des ‘braunen Monsters’ wurde von zahlreichen Satelliten beobachtet, darunter auch von der ESA-Sonde Envisat. Diese „Augen im Weltraum“ liefern wichtige, aktuelle Informationen für Tausende von Regierungsbeamten und noch viel mehr Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Fischerei und Tourismus bestreiten.

Die Krise begann am 22. April, nachdem im Golf von Mexiko eine Bohrinsel explodierte und versank. Seitdem sind täglich Tausende Liter Rohöl aus einem beschädigten Bohrloch in 1,5 km Tiefe unter der Bohrinsel ausgetreten. Innerhalb von vier Tagen hatte sich der Ölteppich über eine 77 km lange und 63 km breite Fläche ausgedehnt. Die Satellitenbilder ließen zunächst vermuten, dass das Öl auf die Küste Louisianas zutreiben würde. Doch glücklicherweise drehte sich der Wind und der Schlick blieb größtenteils im offenen Meer.

Jetzt aber zeigen die Aufnahmen aus dem All eine lange, sich südwärts ausbreitende Ölzunge. Die Bilder, die wir bis zum 19. Mai von Envisat erhalten haben, lassen darauf schließen, dass die Ölpest in eine starke Meeresströmung geraten ist, die sie bis zu den wunderschönen Korallenbänken Floridas tragen könnte.