Gibt es kleine, erdähnliche Planeten, die ferne Sterne umkreisen? Wie sieht es im Inneren von Sternzwergen und Sternriesen aus? Diese beiden sehr unterschiedlichen Fragen werden schon bald mithilfe des einzigartigen europäischen Weltraumteleskops COROT beantwortet.
Mit dem für Dezember 2006 geplanten Start wird zum ersten Mal ein Satellit auf die Suche nach Planeten in der Umlaufbahn weit entfernter Sterne geschickt. Solche Planeten sind normalerweise in dem grellen Licht ihrer Sonne verborgen und nahezu unsichtbar. COROT kennt da aber einen Trick! Der Satellit sucht nach ganz geringfügigen Abnahmen im Sternenlicht, die auf einen vor seinem Heimatstern vorbeifliegenden Planeten schließen lassen.
Die Untersuchung dieser Lichtschwankungen entfernter Sterne hat bislang Hinweise auf über 200 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems erbracht. Allerdings handelt es sich bei fast allen um Gasriesen, gegen die unsere Erde wie ein Zwerg erscheint. Es ist davon auszugehen, dass COROT noch viele weitere dieser „heißen Jupiter“ aufspürt. Doch man hofft auch, dass einige der Planeten, die COROT entdecken wird, kaum größer als die Erde sind.
Die Empfindlichkeit von COROT ist speziell auf kleine Planeten mit einer Umlaufdauer von höchstens 50 Tagen ausgerichtet. Sie wären damit also näher an ihrem Heimatstern als der Merkur an der Sonne. Es würden dort folglich so hohe Temperaturen herrschen, dass kein Leben möglich wäre, es sei denn, wir hätten es mit einem kühlen, roten Zwerg zu tun.
Während seiner zweieinhalbjährigen Mission wird COROT außerdem Veränderungen in der Lichtabgabe von Tausenden von Sternen untersuchen. Seine Spezialkamera wird winzige Helligkeitsschwankungen erfassen, die durch Sternbeben verursacht werden – Schallwellen, die über die Oberfläche laufen. Diese geben den Wissenschaftlern Aufschluss darüber, wie die Bedingungen im Inneren des Sterns aussehen.