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Satelliten-Auge durchdringt Hurrikane

The Sentinel-1 satellites have radar vision
Die Sentinel-1-Satelliten verfügen über Radar-Sicht
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Dieses Jahr sind schon zehn Hurrikane über den Atlantik gestürmt – so viele nacheinander gab es seit über 100 Jahren nicht! Effektive Rettungsaktionen sind in solchen Fällen aber nur möglich, wenn wir wissen, wie sich solch starke Stürme bilden und wohin sie ziehen werden. Dabei helfen uns zwei Sentinel-Satelliten der ESA.

Wertvolle Erkenntnisse liefern bereits Fotos von Satelliten, die die Erde umkreisen. Doch die Sentinel-Satelliten haben eine spezielle Fähigkeit, die sogar noch besser ist: Sie sind ausgestattet mit Hochleistungs-Radarinstrumenten zur Beobachtung von Meereseis, Ölteppichen und Landmassenveränderungen nach Erdbeben. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben eine neue Radarbildtechnik entwickelt, mit deren Hilfe die Sentinel-Satelliten durch Hurrikane hindurch auf die darunterliegenden Wassermassen sehen können!

Hurricanes are very dangerous, especially if they reach land
Hurrikane sind sehr gefährlich, vor allem, wenn sie das Festland erreichen

Da die Satelliten eigentlich nicht zur Beobachtung von Wetterphänomenen wie Hurrikanen ausgelegt sind, ist es besonders beeindruckend, dass die Technologie auf diese nützliche Weise umfunktioniert werden konnte. So erfahren wir mehr über die Oberflächenwinde und Wellenhöhen direkt unterhalb von Hurrikanen – und zwar ohne dass Menschen ihr Leben für diese Informationen riskieren müssen. Stattdessen Satelliten einzusetzen ist schließlich absolut ungefährlich.

Die Sentinel-Daten geben Forschern die Möglichkeit, die Zerstörungskraft eines Hurrikans abzuschätzen und vorherzusagen, wo er auf besiedeltes Land treffen könnte. Diese Informationen nützen auch Schiffsmannschaften in der Nähe von Hurrikanen, damit sie sich in Sicherheit bringen können.

Radar was used to create this map showing how high the waves caused by hurricane Irma were
Mithilfe von Radardaten wurde diese Karte erstellt, die zeigt, wie hoch die durch den Hurrikan Irma verursachten Wellen waren

Durch Hurrikane hindurchsehen zu können klingt wie Sciencefiction, doch die Sentinels haben diese Technik bereits genutzt. Im September traf Hurrikan Irma mit bis zu 10 m hohen Wellen auf Kuba und die Inseln vor Florida. Direkt darüber befanden sich die Sentinels, beobachteten alles und sammelten wertvolle Daten.

Die Sentinel-Satelliten beweisen wieder einmal ihre Nützlichkeit: Sie helfen uns, die Erde besser zu verstehen und Menschenleben zu schützen.

Interessante Tatsache: Die beiden Satelliten, mit denen man durch Hurrikane hindurchsehen kann, heißen Sentinel-1A und 1B. Sie gehören zu einer ganzen Familie von Sentinel-Satelliten, die die Erde umkreisen und beobachten.