Am Ende einer erfolgreichen Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) landete die Raumfähre Discovery am 22. Dezember 2006 wieder auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Zur siebenköpfigen Besatzung an Bord der Discovery gehörten zwei ESA-Astronauten, die – jeder für sich – einen neuen Rekord aufgestellt haben: Thomas Reiter aus Deutschland und Christer Fuglesang, der erste Schwede im Weltraum.
Mit der Landung der Raumfähre endete Reiters zweite Langzeitmission im All. Vor 10 Jahren hatte er bei einem Besuch der russischen Weltraumstation Mir 179 Tage im Orbit verbracht. Seine jüngste Mission mit dem Namen Astrolab begann am 4. Juli 2006 und dauerte 171 Tage. Nach inzwischen fast einem Jahr im All hat der frühere Testpilot einen neuen Rekord aufgestellt: Er ist der Europäer, der bisher die meiste Zeit im Weltraum verbracht hat.

Während seines Aufenthalts in der ISS Reiter arbeitete Reiter an der Seite amerikanischer und russischer Astronauten als Flugingenieur. Neben seinen Routineaufgaben zur Sicherstellung des einwandfreien Betriebs der Station hatte er noch ein umfangreiches Versuchsprogramm für Forschungs- und Lehrzwecke zu bewältigen. Während eines 5 Stunden und 54 Minuten dauernden „Weltraumspaziergangs“ installierten er und der NASA-Astronaut Jeffrey Williams neue Geräte im Außenbereich der Station.
Fuglesang war während seines 13-tägigen Besuchs auf der ISS ebenfalls voll eingespannt. Er absolvierte drei Außenbordeinsätze – dies war das erste Mal, dass ein ESA-Astronaut innerhalb einer einzelnen Mission drei Ausstiege unternommen hat. In den mehr als 18 Stunden, in denen er über der Erde schwebte, arbeitete er an der Installation eines neuen Anbauteils der ISS mit und verlegte neue Stromkabel; außerdem gelang es ihm, ein klemmendes Sonnensegel freizubekommen.