Überschwemmungen sind häufiger und verbreiteter als jede andere Form von Umweltkatastrophen. Im Laufe der letzten zehn Jahre waren rund 1,5 Milliarden Menschen von Überschwemmungen und Hochwasser betroffen - das ist mehr oder weniger ein Viertel der Weltbevölkerung.
Europäische Raumfahrttechnik, die dazu eingesetzt wird, die Gefahren dieser katastrophalen Ereignisse herabzusetzen, spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen Überschwemmungen. Bei einem der neuesten Projekte handelt es sich um einen satellitengestützten, schnellen Kartierungsdienst, der zur Unterstützung von Zivilschutzaktivitäten im Osten Frankreichs entwickelt wurde.
Das wichtigste Merkmal des von der ESA gestützten Überwachungsdienstes für Überschwemmungsgebiete besteht in der Fähigkeit, Kartenmaterial während Krisenzeiten innerhalb von nur sechs Stunden bereitzustellen. Dank dieses Expressdienstes können Zivilschutzeinrichtungen auf der Grundlage von aktuellen Informationen über die überfluteten Gebiete Entscheidungen fällen. Die Karten sind außerdem für Räumungsarbeiten nach Überschwemmungen sowie für die Vorhersage und Verhütung von Flutkatastrophen hilfreich.

In der Präfektur der ostfranzösischen Verteidigungszone steht der satellitengestützte Kartierungsdienst nun an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Verfügung. Dieses riesige Gebiet umfasst 18 Verwaltungsbezirke, in welchen insgesamt 8,3 Millionen Menschen leben. Es umfasst außerdem vier große, überschwemmungsgefährdete Einzugsgebiete.
Rund 80 Behörden – darunter regionale Wasserbehörden und Hochwasservorhersagedienste – sind an der Hochwasserbewältigung innerhalb der EDZ beteiligt. Alle diese Stellen wurden in die Nutzung des Kartendienstes eingewiesen.
Den Karten liegen zwei Arten von Satellitendaten zugrunde. Optische Aufnahmen mit hoher Auflösung werden mit Radarbildern kombiniert, die selbst bei dichten Wolken oder Regen Tag und Nacht erfasst werden können.