Am 31. März 2009 ist ein sechsköpfiges Team zum Mars aufgebrochen …. oder sagen wir beinahe. Eigentlich befindet sich die Besatzung auf einer simulierten Mission, die so gestaltet ist, dass sie der Realität so nahe wie möglich kommt, ohne dabei die Erde zu verlassen. Die Aufgabe des Teams besteht darin, 105 Tage lang in einer mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnittenen Umgebung zusammenzuleben und zusammenzuarbeiten. In Vorbereitung auf eine reale bemannte Marsmission wird es das speziell zu diesem Zweck in Moskau eingerichtete Wohnmodul die nächsten drei Monate nicht verlassen.
Über 5.600 Personen hatten sich für die Teilnahme an diesem Experiment beworben. Der Deutsche Oliver Knickel und der Franzose Cyrille Fournier wurden schließlich als Gefährten für vier Russen von der ESA ausgewählt: die Kosmonauten Oleg Artemyez und Sergei Ryazansky, der Arzt Alexei Baranov und der Sportphysiologe Alexei Shpakov.

Nachdem die Luke zum Lebensraum nun fest verschlossen ist, wird die Besatzung alle Phasen einer echten Mission zum Roten Planeten durchlaufen, darunter den Start, die Hinreise, die Ankunft auf dem Mars, einen Aufenthalt auf der Oberfläche und die lange Heimreise. Sie wird mit simulierten Notfällen – oder vielleicht sogar mit echten – fertig werden müssen. Kommunikationsverzögerungen von bis zu 20 Minuten pro Richtung werden das Leben nicht gerade erleichtern.
Die Wissenschaftler möchten herausfinden, wie sich die Isolation auf die Besatzung auswirkt – sowohl körperlich als auch psychisch. Jeder Aspekt ihres Verhaltens wird überwacht, darunter Stresslevel, Gesundheit, Schlafqualität, Stimmung und die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln. Regelmäßige Tagebucheinträge der ESA-Mitglieder werden unter folgender Adresse veröffentlicht: http://www.esa.int/mars500. Im Laufe dieses Jahres wird eine weitere sechsköpfige Besatzung an einem 520-tägigen Experiment teilnehmen, bei dem eine vollständige Marsmission simuliert wird.