Mars wird oft als öder und wüstenbedeckter Planet angesehen. Wie die Erde besitzt der Rote Planet jedoch an seinem Nord- und Südpol zwei große Polkappen. Wenn Menschen eines Tages den Mars bevölkern sollten, ist es wichtig zu wissen, wieviel gefrorenes Wasser in diesen Polkappen vorkommt. Dies wurde gerade vom Radarmessgerät MARSIS der den Mars umkreisenden ESA-Sonde Mars Express enrdeckt.
Zur Messung der Eisdicke am Marssüdpol sendet das Radarinstrument unsichtbare Signale auf die Planetenoberfläche und zeichnet deren Echos auf. Auf diese Weise kann der Radar durch die Schichten bis zum Grund des Eises ‚hindurchsehen’. Mehr als 300 dieser Schichtenmessungen wurden an den Eis- und Staubablagerungen, die den Pol bedecken, durchgeführt.

Wir wissen jetzt, dass die südliche Polkappe stellenweise bis zu 3,7 km dick ist. Wenn all dieses Eis schmelzen würde, wäre der gesamte Planet von einem ca. 11 m tiefen Ozean überzogen. Trotz des Gewichts dieser massiven Eisschicht wurden die Felsschichten unter dem Eis nicht zusammengedrückt. Dies zeigt, dass die Marskruste fester als die der Erde ist.
Noch andauernde Studien der nördlichen Polkappe haben gezeigt, dass diese ca. 1,8 km dick ist. Die dünnen Schichten aus Wassereis und Staub an beiden Polen entstehen wahrscheinlich durch jahreszeitliche und langfristige Klimaänderungen auf dem Mars. Obwohl die meisten der zurzeit bekannten Wasservorräte auf dem Mars an den Polkappen vorkommen, waren andere Regionen des Roten Planeten in der fernen Vergangenheit wahrscheinlich feucht genug, dass dort Leben entstehen konnte.