Träumst du auch davon, deinen eigenen Satelliten zu entwerfen und ins Weltall zu schicken? Über 600 Studenten aus zehn europäischen Universitäten hatten denselben Traum – und er ist wahr geworden! Gemeinsam haben Sie ESEO entwickelt, den „European Student Earth Orbiter“ der ESA. ESEO gelangte an Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX an sein Ziel: die Erdumlaufbahn.
Als Teil eines ESA-Programms für Universitätsstudenten in ganz Europa birgt ESEO ganz besondere Chancen. An ihm konnten die Studenten ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen, mit Rückschlägen und Erfolgen. Sie waren an jeder Projektphase beteiligt: vom Entwurf über die Konstruktion bis zur Durchführung der Missionsexperimente. ESEO ist ein Satellit von Studenten für Studenten!

Nun befindet sich ESEO im Weltraum und die eingebaute Elektrik wird die einzelnen Komponenten hochfahren. Damit der Satellit in die richtige Richtung zeigt, bugsieren ihn winzige Antriebsdüsen an die gewünschte Position. Ist er einmal an Ort und Stelle, wird er mit den Bodenstationen in Italien, Spanien und Deutschland kommunizieren können.
ESEO wird Daten aus seinen diversen Experimenten zur Erde schicken, die allesamt von – richtig – Studenten konzipiert wurden. Er ist mit Geräten ausgestattet, die seine Position im All sehr genau bestimmen können, sowie mit neuer Software, die seine Ausrichtung präzise angibt. Ein neues Kommunikationssystem für Amateurfunker auf der ganzen Welt sowie Geräte zur Messung von kosmischer und Sonnenstrahlung oberhalb der Erdatmosphäre sind ebenfalls an Bord. Sogar winzige Kameras besitzt ESEO, um Fotos von unserem Planeten zu schießen! Die erzeugten Daten werden an Schulen und Universitäten geschickt, wo sie den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht bereichern werden.

Die ESEO-Mission soll erst einmal sechs Monate dauern, könnte aber auf ein Jahr ausgeweitet werden. Und ist die Mission dann vorüber, wartet der Satellit mit einem letzten Trick auf: Er wird ein kleines Segel ausfahren, das den Eintritt in die Erdatmosphäre beschleunigen soll. Dort wird der Satellit komplett verglühen. Dies soll weiteren Weltraumschrott verhindern. Eine vernünftige Idee, nicht wahr?
Obwohl die beteiligten Studenten bei diesem Projekt schon viel gelernt haben, warten noch weitere Erfahrungen auf sie: Sie werden die ESEO-Mission bis zu ihrem Ende betreuen. Und vielleicht werden einige von ihnen später Weltraumforscher, die weitere Satelliten entwickeln und verwirklichen!
Interessante Tatsache: Das ESEO misst 66 × 33 × 33 cm und ist damit nur geringfügig größer als eine Mikrowelle.