Die ESA-Raumsonde Rosetta befindet sich auf dem Weg zu einem Rendezvous mit einem Kometen, das im Jahr 2014 stattfinden soll. Während ihrer zehnjährigen Reise durch den tiefen Weltraum stattet Rosetta dem Planetoidengürtel im Bereich zwischen Mars und Jupiter zwei Besuche ab. Die erste dieser historischen Begegnungen mit einem Asteroiden ist für den 5. September um 20.58 Uhr MESZ (Mitteleuropäischer Sommerzeit) eingeplant.
Seit ihrem Start im März 2004 hat Rosetta rund 3.700 Millionen Kilometer zurückgelegt. Derzeit ist sie mehr als zweimal so weit von der Erde entfernt wie die Sonne. Der Kometenjäger ist bereits zweimal nahe an der Erde und einmal am Mars vorbeigeflogen, doch durch den „Flyby“ an dem kleinen, felsigen Asteroiden namens Steins bietet sich erstmals die Gelegenheit, seine wissenschaftlichen Instrumente einzusetzen.

Rosetta wird mit einer Geschwindigkeit von etwa 31.000 km/h an Steins vorbeiflitzen. Seit Anfang August nehmen die Kameras der Raumsonde Bilder von Steins auf, um seine Bahn zu verfolgen und seine genaue Position zu bestimmen. Dadurch wird es Rosetta möglich sein, in nur 800 km Entfernung an ihrem Ziel vorbeizufliegen. Leider müssen die Flugkontrolleure im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt bis 22.23 Uhr MESZ auf einen ersten Kontakt mit der Raumsonde und auf die Bestätigung des erfolgreichen Nahvorbeiflugs warten.
Steins wurde 1969 entdeckt und misst nur wenige Kilometer im Durchmesser. Regelmäßige Veränderungen seiner Helligkeit zeigen uns, dass er sich ungefähr einmal in sechs Stunden um sich selbst dreht. Da es sich bei dieser kleinen Welt um eine relativ seltene Asteroidenart handelt, sind die Wissenschaftler ganz besonders neugierig auf Steins. Gebilde wie dieses sind bei der Entstehung der Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren übrig geblieben. Indem wir sie untersuchen, können wir mehr über die Bildung der Erde und der anderen Planeten im Sonnensystem erfahren.