Jedes Mal, wenn die europäische Ariane 5 von Kourou aus startet, fallen ihre Raketenstufen ins Meer oder verglühen in der Atmosphäre. Trägerraketen wie die Ariane 5 werden als ‘Einwegraketen’ bezeichnet.
Bei jedem Start eine Antriebsrakete zu opfern, wirkt auf den ersten Blick verschwenderisch und teuer. Die Kosten aber lassen sich dadurch im Zaum halten, dass solche Raketen serienmäßig produziert werden. Sie werden auf Montagebändern gefertigt, also aehnlich wie teure Autos.
Mit Einwegraketen kann auch eine hohe Zuverlässigkeit erreicht werden. Falls eine von ihnen bei einem Start ausfallen sollte, lässt sich die Ursache dafürleicht untersuchen und beheben.
Ein anderer Ansatz besteht in der Konstruktion eines wiederverwendbaren Trägerfahrzeugs. Bislang ist das US-amerikanische Space Shuttle das einzige in Betrieb befindliche Trägerfahrzeug dieser Art.
Die meisten Teile des Shuttle-Orbiters sind für bis zu 100 Flüge ausgelegt. Auch die Feststoffraketen des Shuttles könnten bei Bedarf wiederverwendet werden. Lediglich der externe Treibstofftank wird bei jedem Flug abgeworfen.
Das Space Shuttle ist aber sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb äußerst teuer. Vor allem deshalb, weil es bis zu sieben Besatzungsmitglieder transportieren kann. Außerdem muss es der extremen Hitze beim Wiedereintritt standhalten und auf einer Landebahn aufsetzen können. Andere wiederverwendbare Trägerfahrzeuge befinden sich nicht in Planung. Die Studien werden jedoch fortgesetzt.
Die ESA wird sich mit beiden Möglichkeiten gründlich beschäftigen, um schließlich zu entscheiden, wie die Nachfolge der Ariane 5 aussehen wird.