Am 1. März 2007 begaben sich Alain Hubert und Dixie Dansercoer auf eine bemerkenswerte Expedition, die sie zu Fuß von Sibirien nach Grönland führen sollte. Nach drei Monaten und vielen, teilweise lebensbedrohenden Gefahren geht ihre 2.000 km lange Wanderung durch die Eiswildnis jetzt dank Envisat, dem wachsamen Auge der ESA im Orbit, ihrem Ende entgegen.
Zunächst lief trotz der extrem rauen, gefährlichen und körperlich anstrengenden Bedingungen alles gut. Dann begann jedoch ganz unerwartet das Meereseis vor der Küste Grönlands aufzubrechen. Den beiden belgischen Forschern blieb keine andere Wahl, als einen Weg um die ausgedehnten, offenen Wasserflächen zu suchen.

Glücklicherweise konnten sie auf die Unterstützung durch zwei Instrumente an Bord von Envisat zurückgreifen – den Allwetterradarsensor und das optische MERIS-Instrument. Durch die sorgfältige Auswertung von Satellitenbildern der sich verändernden Eisverhältnisse gelang es Leif Toudal Pedersen (Dänisches Nationales Raumfahrtzentrum), den Forschern dabei zu helfen, die sich rasch auflösende Eisdecke zu umfahren.
Jetzt befindet sich das Team wieder auf stabilem Eis. Keine 50 km trennen sie mehr von Grönland, auf das sie bereits eine klare Sicht haben. Es wird erwartet, dass die unerschrockenen Männer noch diese Woche das Ziel ihrer langen Wanderung quer durch das gesamte arktische Becken erreichen.
Ihre zermürbende Reise über das eisbedeckte Nordpolarmeer, die als Arctic Arc Expedition bekannt ist, gehört zu den zahlreichen Aktivitäten im Rahmen des Internationalen Polarjahrs. Besonders interessierte die beiden erfahrenen Polarforscher die Schneetiefe, die sie unterwegs immer wieder prüften. Ihre Messdaten werden zur Vorbereitung der ESA-Mission CryoSat-2 genutzt, die im Jahr 2009 in den Orbit starten soll. Envisat wird über das ESA-Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt (D) gesteuert.