Die Venus, der zweite Planet von der Sonne aus gesehen, steht kurz davor, ihren ersten europäischen Besucher zu empfangen. Am 11. April wird die Raumsonde „Venus Express“ der ESA nach einer 400 Millionen Kilometer langen Reise durch den Weltraum in die Umlaufbahn um die geheimnisvolle Schwesterwelt der Erde einbrennen.
Doch bevor ihre 500 Tage dauernde Forschungsmission beginnen kann, muss die 1240 kg schwere Raumsonde eine Reihe komplizierter Operationen und Manöver absolvieren. Diese zehntägige Zitterpartie zum Einschwenken in eine Umlaufbahn hat am 4. April begonnen und soll am 13. April beendet sein.
Ziel des Einschwenkmanövers ist es, die Geschwindigkeit der Raumsonde zu verringern. Dieses kritische Manöver muss exakt zur richtigen Zeit und am richtigen Ort stattfinden, damit Venus Express von der Schwerkraft des Planeten „gefangen“ werden kann.

Die erste Phase dient dazu, die Bereitschaft des Satelliten zu überprüfen. Dann, um 09.17 Uhr (Mitteleuropäischer Sommerzeit) am 11. April, wird das Haupttriebwerk für ungefähr 50 Minuten gezündet. Das ermöglicht das „Einfangen“ der Raumsonde.
Sobald sich Venus Express sicher in einer Umlaufbahn befindet, werden die Flugkontrolleure auf der Erde die Kommunikation mit der Raumsonde wiederherstellen und die Befehle für die erste Planetenumkreisung ausgeben.
Das Einschwenkmanöver wird von einem Computer an Bord der Raumsonde gesteuert. Es wird nach einer Folge automatischer Befehle durchgeführt, die vier Tage vor Beginn des Manövers an Venus Express gesendet wurden.
Sämtliche Operationen der Raumsonde werden von dem Venus Express-Bodenkontrollteam im Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt geleitet.
Eine detaillierte Zeitleiste und aktuelle Informationen finden Sie auf der Website von Venus Express unter http://venus.esa.int