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Ein Hoch auf ATVs, europäische Raumfrachter im All

ATV-3 approaches Space Station
ATV-3 nähert sich der Raumstation
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Hast du dich schon einmal gefragt, wie die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS eigentlich mit Vorräten und anderen wichtigen Dingen versorgt werden? Schließlich können sie im Orbit, 400 Kilometer über der Erde, nicht einfach in den Supermarkt gehen. Woher bekommen sie neue Ausrüstung, Experimente, Trinkwasser und insbesondere die Luft zum Atmen? All das muss von der Erde zur ISS transportiert werden. Lange Zeit wurden dafür die Versorgungstransporter der ESA, sogenannte Automated Transfer Vehicles, kurz ATV, verwendet.

Artist's view of ESA's ATV Johannes Kepler
Künstlerische Darstellung des ATV „Johannes Kepler“ der ESA

Heute vor zehn Jahren wurde das allererste ATV gestartet. Es wurde mit einer Rakete von der Erdoberfläche aus ins All befördert und dockte anschließend an die Internationale Raumstation (ISS) an, um seine Fracht abzuliefern. Die Mission war ein großer Erfolg, weshalb die ESA weitere ATVs baute. Insgesamt wurden von 2008 bis 2014 fünf ATVs gestartet, von denen jedes nach einem europäischen Wissenschaftler benannt wurde:

  • Jules Verne, ein französischer Schriftsteller, der vor allem für seine Science-Fiction-Geschichten bekannt ist.

  • Johannes Kepler, ein deutscher Mathematiker, der durch die Berechnung der Umlaufbahnen von Planeten Berühmtheit erlangte.

  • Edoardo Amaldi, ein italienischer Physiker, der sich für eine friedliche Weltraumerforschung durch die Europäer einsetzte.

  • Albert Einstein, ein deutscher theoretischer Physiker, der für seine Gleichung E = mc bekannt ist2.

  • Georges Lemaître, ein belgischer Astrophysiker und Begründer der Urknalltheorie.

Die ATVs blieben jeweils etwa sechs Monate an der ISS angedockt. Nach und nach entnahm man alle Vorräte, dann wurde der Raumfrachter mit allem gefüllt, was die Astronauten nicht mehr benötigten – ähnlich wie ein Abfalleimer.

ATV-2 seen from Discovery
ATV-2, gesehen von der Discovery aus

Aber die ATVs brachten nicht nur Nachschub zur ISS, sondern sorgten auch dafür, dass die Raumstation in der richtigen Umlaufbahn blieb. Zwar befindet sich die ISS weit über der Erdoberfläche, dennoch führt ihre Bahn durch einen dünnen Rest Erdatmosphäre. Dadurch entsteht Reibung, die die Raumstation verlangsamt, sodass sie von der Schwerkraft immer weiter in Richtung Erde gezogen wird. Das würde irgendwann das Ende der ISS bedeuten, deshalb heben die angedockten ATVs die Raumstation mithilfe ihrer Triebwerke auf eine höhere Umlaufbahn.

Nach Beendigung ihrer Mission lösten sich die ATVs von der ISS und verglühten schließlich in der Erdatmosphäre. Dabei wurden nicht nur die Raumfrachter selbst, sondern auch all der darin befindliche Müll vernichtet, sodass auf der Erde nichts davon übrigbleibt.

Heute versorgen andere Raumtransporter die ISS mit Nachschub, dennoch sollten die erfolgreichen Missionen der ATVs nicht in Vergessenheit geraten.

Stell dir vor, du wärst ein Astronaut an Bord der ISS und ein Raumtransporter bringt dir Nachschub. Was sollte er für dich im Gepäck haben?

Interessante Tatsache: Jedes ATV beförderte 6,6 Tonnen Fracht!