Weltraummüll ist ein großes Problem. Ein Teil davon ist sehr groß, wie zum Beispiel ausgediente Raketenstufen, ausgediente Raumfahrzeuge und einige bei Weltraumspaziergängen verlorene Werkzeuge. Der größte Teil davon ist jedoch viel kleiner.
Kollisionen mit großen Trümmerteilen können ein Raumfahrzeug außer Gefecht setzen oder sogar zerstören, wie es 1996 bei der französischen Raumsonde „Cerise“ der Fall war. Auch kleinere Trümmerteile können erhebliche Schäden verursachen oder einen Astronauten bei einem Weltraumspaziergang gefährden.
Als die Solarpaneele des Hubble-Weltraumteleskops im Jahr 2002 zur Erde zurückgebracht wurden, waren sie mit Einschlagskratern von bis zu 8 mm Durchmesser übersät.
Heute werden mehr als 12.000 Trümmerteile mit einer Größe von bis zu 10 cm mithilfe von Teleskopen und Radar überwacht. Viele Millionen Teile sind zu klein, um erfasst zu werden, beispielsweise Farbspritzer und Staubpartikel.
Normalerweise würden diese keine Gefahr darstellen, doch im Weltraum bewegen sich Trümmerteile mit hoher Geschwindigkeit. Selbst Staubpartikel wirken wie winzige Geschosse. Die ESA geht das Problem der Weltraumtrümmer auf verschiedene Weise an. Das Columbus-Labor auf der Internationalen Raumstation ist durch eine spezielle Abschirmung geschützt.
Das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) beobachtet Weltraummüll sehr genau. Dazu nutzt es ein 1-Meter-Teleskop auf den Kanarischen Inseln und ein Radarsystem in Deutschland. Mikroskopisch kleine Trümmerteile werden zudem vom ESA-Satelliten „Proba-1“ und einem ESA-Experiment auf der Internationalen Raumstation überwacht.
Anhand dieser Informationen kann das ESOC Empfehlungen dazu abgeben, wann ein Raumfahrzeug in eine sicherere Umlaufbahn gebracht werden sollte. Außerdem dienen sie als Frühwarnung vor großen Objekten, die kurz vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre stehen.