Nicht viele von uns haben die Gelegenheit, auch nur einmal ins All zu fliegen, doch gerade jetzt bereitet sich der ESA-Astronaut Luca Parmitano auf seine zweite Mission zur Internationalen Raumstation vor! Luca wird am 20. Juli 2019 an Bord eines Sojus-Raumschiffs von der Erde starten – der 50.th Jahrestag der ersten Mondlandung.
Seine Mission heißt „Beyond“ (Grenzen überwinden) und wird daraus bestehen, dass Luca Experimente durchführt, die längere Missionen für Raumfahrer sicherer machen sollen. Außerdem wird er Technologien entwickeln und Wissen ansammeln, auf deren Grundlage Menschen gemeinsam mit Robotern den Mond und den Mars erkunden sollen. „Unsere Arbeit in der Erdumlaufbahn dient nicht nur den Astronauten oder dem ISS-Programm, sondern allen Menschen“, erklärt Luca. „Sie dient der Erde und der gesamten Menschheit. Nur so bringen wir alles in Sachen Wissenschaft und Technik in Erfahrung, was nötig ist, um Grenzen zu überwinden.“

Die „Beyond“-Mission ziert ein farbiges Logo, das diverse Elemente dieses Abenteuers darstellt. Erkennst du in dem Logo einen Astronautenhelm mit Sichtblende, in der sich die Erde und die Internationale Raumstation spiegeln? Im Hintergrund wartet der Mond auf die Rückkehr der Menschen. Dazu werden ein Orion-Raumfahrzeug und hochmoderne Rover zum Einsatz kommen. Dahinter liegt Mars, der Rote Planet, der derzeit von Satelliten wie ExoMars, Mars Express und irgendwann einmal auch von Menschen erkundet wird.
Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler wird Luca in der zweiten Hälfte seiner Mission auch für die Leitung der Internationalen Raumstation verantwortlich sein. Das ist eine große Ehre! Denn obwohl schon drei europäische Astronauten dieses Amt inne hatten, wird er der erste Italiener „am Steuer“ sein. Er wird ein tolles Team um sich haben, nämlich den NASA-Astronauten Andrew Morgan und den russischen Kosmonauten Alexander Skworzow als Mitreisende zur ISS.

Trotz seiner langen Erfahrung als Weltraumforscher trainiert Luca auch dieses Mal wieder intensiv im Johnson Space Center der NASA in Houston, im Sternenstädtchen bei Moskau und im Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Fleißig übt er in simulierten Sojus-Flügen und macht sich mit den Experimenten vertraut, die er in der Schwerelosigkeit durchführen soll. Die meisten davon werden im Columbus-Modul der Internationalen Raumstation, dem ESA-Labor im Weltraum, stattfinden. In diesem Modul wird zu allem möglichen geforscht: Astrobiologie, Mikrobiologie, Psychologie und mehr!

Auf einer speziellen Website können Sie sich über Lucas Vorbereitungen für seine „Beyond“-Mission auf dem Laufenden halten: http://lucaparmitano.esa.int/
Interessante Tatsache: Bei einem Weltraumspaziergang während seiner letzten Mission kam es zu einer Fehlfunktion an Lucas Raumanzug, wodurch sich Wasser in seinem Helm ansammelte. Luca behielt die Ruhe und kehrte sicher zur Luftschleuse zurück!