Der ESA-Astronaut Luca Parmitano hat fast die Hälfte seiner ‘Volare’-Mission an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) hinter sich. Während einer besonderen Amateurfunkverbindung am 24. Juli konnten einige der Jugendlichen, die am ESA-Space-Camp in Österreich teilnahmen, mit Luca sprechen, als er über sie hinwegflog. Hier finden Sie eine bearbeitete Auswahl ihrer Fragen und Antworten.
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Fenne: Was spricht dafür, im Weltraum zu sein oder dorthin zu fliegen?
Luca: Ich denke, das Interessante daran ist, dass das, was wir heute tun, euch eines Tages ermöglichen wird, weit über die erdnahe Umlaufbahn hinauszugehen und – hoffentlich – andere Planeten zu erforschen.
Leon: Wenn man bedenkt, dass an Bord der ISS alles herumfliegt – wie isst man da eigentlich?
Luca: Na ja, wir essen ganz normal, so wie auf der Erde. Ich habe ein Experiment für dich. Wenn du versuchst, dich auf den Kopf zu stellen und dabei etwas zu essen, wirst du sehen, dass du ganz normal essen kannst.
Eveline: Wie bereitet man sich auf einen Weltraumspaziergang vor?
Luca: Wenn wir uns auf dem Boden befinden, tauchen wir in einem Raumanzug unter Wasser, der den Anzügen, die wir draußen tragen, sehr ähnlich ist. Das hilft uns dabei, uns an die Handhabung des Anzugs zu gewöhnen – auch im Vakuum und in der Schwerelosigkeit.
Pierre: Könnten Sie bitte beschreiben, was Sie am meisten beeindruckt, wenn Sie aus dem Fenster der ISS schauen?
Luca: Nun, alles ist sehr beeindruckend. Mir persönlich gefällt es am besten, über die Küsten zu fliegen, weil man die Orte dort gut erkennen kann. Und dann das Zusammenspiel zwischen den Inseln, dem Meer und den Wolken – das ist einfach wunderschön. Aber auch die Stadtzentren und die Lichter sind unglaublich.
Peter: Was ist dein Lieblingsgericht und dein Lieblingsdessert?
Luca: Ich habe viele Lieblingsgerichte und jede Menge Lieblingsdesserts, aber im Weltraum vermisse ich sie nicht, denn hier oben gibt es jede Menge Essen, das sehr gut schmeckt. Ich esse also meine Steaks und meine italienischen Gerichte wie Lasagne, und ich liebe alle Desserts hier oben, einschließlich des Tiramisu.
Ella: Welche Farben der Erde kannst du aus dem Weltraum erkennen?
Luca: Oh, wir können alle möglichen Farben erkennen. Wenn wir über die Wüste fliegen, sieht man Ocker, Terrakotta, Gelb und Rot. Das ist wunderschön. Und wenn wir über den Städten fliegen, wird es grau, oder ganz grün, wenn wir über Wäldern fliegen.
Frank: Was waren die drei coolsten Dinge, die du im Weltraum gemacht hast?
Luca: Das ist schwer zu sagen, denn wir machen viele coole Sachen, aber ich glaube, schon der Weg hierher war das allererste coole Erlebnis … Und dann waren meine Außenbordaktivitäten (EVAs) auch sehr, sehr cool …, und eine weitere coole Sache, die wir jeden Tag machen, ist die wissenschaftliche Arbeit.
Roxane: Da sich Nacht und Tag im Weltraum unterscheiden und man ständig “schwebt”, habe ich mich gefragt: Ist es einfach, in der ISS einzuschlafen?
Luca: Wir haben alle Fenster geschlossen und Ohrstöpsel eingesetzt, damit es sich wie nachts anfühlt, aber da man schwebt, muss sich der Körper erst daran gewöhnen. Deshalb habe ich ein paar Wochen gebraucht, bis ich auf der ISS einschlafen und gut durchschlafen konnte.
Francesco: Auch wenn die Mission mit einer langen Ausbildung verbunden war – können Sie uns sagen, ob Sie an Bord der ISS unerwartete Gefühle erlebt haben?
Luca: Oh, sobald man hier ist, ist alles ganz anders, als man es erwartet hat … Nichts kann einen darauf vorbereiten, tatsächlich auf der Station zu leben. Es ist viel, viel besser, wenn man es selbst erlebt.
Caterina: Wie oft am Tag sieht man von der ISS aus den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang?
Luca: Nun, wir umkreisen die Erde alle 90 Minuten, daher sehen wir den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang etwa sechzehn Mal, wenn wir am Fenster stehen.
Axel: Wie kommst du damit zurecht, keine frische Luft zu atmen?
Luca: Die Luft, die wir auf der Station atmen, ist geruchlos, was an der Belüftung liegt. Sie fühlt sich frisch und durchströmend an, daher hatte ich keine Probleme, mich daran zu gewöhnen.